grüne Router Kabel

Können wir das Web nachhaltig gestalten?

Rechenleistung, Kühlung und Stromversorgung von Servern kosten täglich Unmengen an Energie. Und: Je mehr ­Daten ­transferiert werden, desto höher ist dieser Energieverbrauch und damit der CO₂-Ausstoß.

„Wäre das Internet ein Land, würde es Platz 6 der Liste der ­Länder mit dem größten CO₂-Ausstoß belegen“, heißt es in einer Dokumentation des ZDF.

Die Magento-Studie „Customers’ Commerce Expectations“ kommt zum Schluss das Kunden erwarten, dass die Unternehmen, bei denen sie einkaufen, umweltbewusst handeln. „Fast ein Drittel (31 %) der Befragten bevorzugt Einzelhändler, die keine Produkte aus Einweg-Kunststoffen verkaufen und fortwährend ihre Lieferkette evaluieren, um CO₂-Emissionen zu minimieren. Ein nach Außen hin gelebtes Umweltbewusstsein hat schließlich auch Einfluss auf das Image eines Unternehmens, auf das 39 % der Befragten bei der Händlerwahl achten.“ Viele Onlinehändler haben schon erkannt, dass ein „grünes Image“ auch ein Wettbewerbsvorteil sein kann.

 

Erster Schritt: Wechsel zu Green-Hosting-Anbietern

Erste Maßnahmen zur Schadensbegrenzung kann man mit der Wahl eines „grünen“ Hosting-Anbieters setzen. Green Hosting gewinnt zunehmen an Aufmerksamkeit und bezeichnet umweltfreundliche Anbieter. Sie setzen gezielt Maßnahmen zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes. Dies geschieht mittels Nutzung von Ökostrom, effizienter Klimatisierung und Ressourcen-Schonung.

 

Green Web: Ursachenbekämpfung mit nachhaltigen Websites

Die Branche wird sich zunehmend ihrer Verant­wortung bewusst und versucht mit der Entwicklung schlankerer Websites entgegenzusteuern. Dabei geht es vorrangig um die Vermeidung von Datenmüll. Weniger Inhalte bedeuten schnellere Ladezeit. Also ist schlankes ­Webdesign nicht nur umweltfreundlich, sondern steigert auch die Usability.

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Inzwischen wissen wir: ­unsere Aktivitäten im Internet hinterlassen einen großen ökologischen Fuß­abdruck. Foto: Pexels | Manuel Geissinger

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie man seine Website „abspecken“ kann:

  • Tools wie Google Analytics helfen die häufigsten Klickpfade heraus­zufinden. Diese Informationen sollten dem User mit so wenigen Klicks wie möglich zur Verfügung stehen, um weitere Klicks zu vermeiden und den Nutzer schnell zum Ziel zu führen. Die Performance Ihrer Website können Sie z.B. mit Hilfe von Google Page Speed analysieren.

 

  • Es gilt, zu überlegen, wie viele Bilder es wirklich braucht und diese für das Web zu optimieren. Durch die Programmierung einer ­intelligenten Bildausgabe (Lazyload), wird ein Bild erst dann geladen, wenn der Nutzer in den Bereich scrollt. Außerdem kann durch ein Source-Set mit verschiedenen ­Bildgrößen das für das jeweilige Endgerät passende Bild ausgegeben werden. So kann man ebenfalls Datenmenge reduzieren. Von Google gibt es außerdem ein Bildformat mit der Dateiendung .wepb, welches die Dateigröße ohne Verlust nahezu halbieren kann.

 

  • Codes mehrfach verwenden: Durch wiederholende Muster in der Benennung lässt sich bei der Frontend-Entwicklung viel Zeit und Code sparen. Eine ­Methode, um Code entsprechend zu strukturieren, nennt sich BEM – Block, Element, Modifier. In BEM wird eine Webseite in Blöcke und Elemente aufgeteilt. Elemente können nur innerhalb eines Blocks existieren. Blöcke hingegen können auch in anderen Blöcken existieren. Modifier dienen zum Modifizieren des Standardelements oder Blocks.

 

  • Vorhandenen Module und Materialien nutzen: Die Lösung sind Websitemodule und ­-elemente, die mehrfach eingesetzt werden können. So gibt es dann z.B. nur ein Textmodul, einen Slider, einen Teaser und ein Bildmodul. Durch die oben beschriebenen Modifier aus der BEM-Methode können diese Module dann angepasst werden, sodass sie durch verschiedene Optionen für verschiedenste Inhalte brauchbar sind. So können im Textmodul z.B. verschiedene Breiten oder Hintergrundfarben ausgewählt werden, und mit nur einem Element ergeben sich verschiedene Design­optionen. Zudem kann für eine Website Material, das bereits im Web vorhanden ist, verwendet werden. Wer etwa gängige Webfonts nutzt, die bereits auf vielen Geräten installiert sind, muss beim Aufrufen der Website keine neue Schriftart laden ­lassen.

 

Wie grün ist Ihre Website?

Dienste wie ecograder.com zeigen auf Basis verschiedener Kriterien, wie nachhaltig Webdesign und Hosting Ihrer Webseite sind. Als Beispiel, hier der score unserer mStage-Website:

 

 

 

 

Seit 2010 fordert Greenpeace große Unternehmen auf, ihre Rechenzentren mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Führende Firmen, von Facebook bis zu Google, haben sich bereits zu diesem Ziel bekannt. Unter clickgreen.org kann man heraus finden, ob die Lieblings-Apps und Websites mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

 

Verpackungen, Versand und Rücksendungen

Wie auch Wolfgang Hörmann im t3n Blog richtig sagt sind Verbraucher und Politik gleichermaßen gefordert. Denn was bringen CO₂-reduzierter Versand, umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und Co., wenn die kostenlosen Rücksendungen solch immense Ausmaße beibehalten. Soll der E-Commerce dauerhaft grüner werden, wäre  die Abschaffung der kostenfreien Retourensendungen eine Möglichkeit.

 

Sie brauchen Hilfe bei der Optimierung Ihrer Website oder wollen ein nachhaltiges Web-Projekt umsetzen?
Unsere Experten helfen Ihnen gerne weiter!