Inbound Marketing e-Commerce

Hohe Kosten für Werbeanzeigen, steigende CPC (cost per click) Kosten und hoher Wettbewerb kennzeichnen den Kampf um Traffic im e-Commerce. Dazu kommt noch, dass die Conversion-Rate oft sinkt, wenn man sich zugunsten mehr Reichweite noch mehr Streuverlust einkauft. Ein Hamsterrad? Nicht unbedingt, wenn man sich aktuelle Trends im Marketing ansieht.

Inbound Marketing feiert nicht nur in den USA seinen Siegeszug, sondern wird zunehmend auch in Europa wahrgenommen. Würde man Inbound Marketing oder Content Marketing, wie es auch genannt wird, auf eine einfache Formel reduzieren, dann würde die lauten: Hochwertigen Content produzieren und dadurch Kunden gewinnen. Kunden, die etwas bestimmtes im Internet suchen und auf der Webseite landen, haben eine vielfach höhere Conversion-Rate. Das belegt auch jede Statistik über organische Suche (SEO). Wie sieht die Content-Strategie jedoch für Onlineshops und e-Commerce Anbieter jenseits der klassischen SEO-Optimierung aus?

Nachfolgend 5 Tipps, wie man den eigenen Shop für ein hochwertiges Inbound Marketing fit macht:

Blogging

Nichts absolut Neues, aber der klassische Blog feiert auch im e-Commerce Inbound Marketing seine Renaissance. Denn Google „liebt“ hochwertigen und aktuellen Content. Gute Produktbeschreibungen, Hilfestellungen, Praxistipps oder Hintergrundstories bieten eine gute Möglichkeit relevante Inhalte zu bekommen. Klar, meist hat man viele Produkte im Angebot – gerade das ist aber die Chance und bietet viele Ideen. Beiträge im Blog lassen sich zudem sehr gut mit Produktbeschreibungen verlinken, sodass der User mehr Content zu einzelnen Artikeln findet, wenn er das möchte. Diese Content-Strategie bietet wohl auch eine der besten Differenzierungsmerkmale gegenüber Platzhirschen wie Amazon oder Ebay. Und natürlich nicht zu vergessen: jeder Beitrag sollte die richtigen Keywords enthalten.

Landingpages

Produktkategorieseiten werden oft unterschätzt. Diese dienen nicht nur als Landingpages für Outbound Kampagnen im e-Commerce. Vor allem bieten sie die Möglichkeit die Produktkategorie gut zu beschreiben und dazu hochwertigen Content zu erzeugen. Mit Kategorieseiten als Landingpages ist es oft wesentlich leichter im Suchergebnis weiter oben zu landen als mit einzelnen Produkten. Vor allem werden Einzelartikel immer wieder aus dem Angebot genommen, was zum Verlust einer wertigen URL führen kann, sofern man keine Mechanismen dafür eingerichtet hat. Mittlerweile gibt es Onlineshops, die ausschließlich auf Kategorieseiten setzen und Einzelartikel sogar aus dem Google-Index nehmen. Auch hier ist nicht zu vergessen, die Texte SEO-technisch gut zu strukturieren (URL, H1-6 Tags etc.).

Calls to Action (CTA)

Landingpages sollten dann mit Calls to Action Elementen kombiniert werden. Ein CTA könnte beispielsweise ein Banner auf der Landingpage sein, der auf besondere Angebote hinweist. Dies könnten neue oder Produkte im Angebot sein. Grafisch werden diese meist mit Buttons verstärkt wo dann „jetzt stöbern“ oder „Angebot“ steht. CTA´s lenken den Besucher auf der Webseite auf attraktive Angebote und erhöhen damit in Summe ebenso die Conversion-Rate.

Content bildet Vertrauen

Onlineshops haben sehr oft immer noch das Problem der Vertrauenswürdigkeit. Dies versucht man mit Gütesiegel, Kundenbewertungen oder auch aktiven Social-Media Kanälen zu verbessern. Sprechen oder kaufen auch meine Freunde oder Bekannte bei einem Onlineshop, so wird dieser um ein Vielfaches vertrauenswürdiger. Content wird jedoch für die Bildung von Vertrauen bei Onlineshops noch unterschätzt. Gerade Multi-Channel-Anbieter, die auch ein physisches Geschäft haben, können hier punkten. Bilder und Stories vom Geschäft oder von den Menschen hinter dem Onlineshop zeigen, dass es hier Menschen gibt, mit denen man auch sprechen kann. Vielleicht sogar ein Geschäft, wo man notfalls die Ware umtauschen kann. Hochwertiger Content trägt aber auch dazu bei Kompetenz zu zeigen und damit dem Kunden einen Zusatznutzen zu bringen, der abseits der Produkte liegt.

Content Sharing

Wenn nun hochwertiger Content vorhanden ist, liegt es in der Natur der Sache, diesen auch entsprechend über Social-Media-Kanäle oder per E-Mail zu verteilen. Facebook hat gezeigt, was es von plumper Produktwerbung auf Anbieterseiten hält. Mittlerweile ist die Reichweite im Bereich der  Fans der eigenen Seite (!) im Durchschnitt auf unter 10% gesunken. Nur mehr durch Sponsoring von Einzelbeiträgen ist es möglich eine sinnvolle Reichweite innerhalb der eigenen Fanbase zu generieren. Mehrere hundert Euro monatlich sind da relativ schnell ausgegeben. Auch der Facebook-Algorithmus wurde darauf ausgerichtet, dass relevanter Content bevorzugt wird. Mehr Nutzen, mehr Interaktion oder mehr Likes bekommt man auch hier mit hochwertigerem Content. Und siehe da, die Reichweite einzelner Postings steigt. Aber auch andere Medien wie der klassische E-Mail Newsletter sind noch immer beliebt, obwohl die Öffnungsraten im Durchschnitt lediglich bei 20-30 Prozent liegen. Auch hier gilt: wer seinen Kunden Hilfestellungen, Praxistipp oder einfach gute Unterhaltung bietet im Vergleich zu reiner Produktwerbung wird in Summe höhere Klickraten ernten. Damit mehr Traffic von bestehenden Kunden und damit ganz sicher höhere Conversion-Rates.

Inbound Marketing für e-Commerce verlangt eine strategische Neuausrichtung in unserem Denken. Es bietet eine große Chance, nicht nur mehr Kunden zu gewinnen, sondern damit eine hochwertige Positionierung zu schaffen. Und, wenn es richtig angegangen wird, kann es eine Menge Geld sparen, die man sonst im Versteigerungskampf um die besten CPC´s ausgeben muss.