Magento Shopfilter

Die Navigation eines Onlineshops entscheidet sehr oft über gute oder schlechte Conversion-Rates. Ob jedoch die Customer-Journey von der Startseite über die Produktauswahl bis hin zum Kauf kundenfreundlich verläuft oder nicht, ist für Shopbetreiber oft schwer messbar. Unsere Erfahrung zeigt, dass kleinere und mittlere Unternehmen oft kaum die Ressourcen haben sich auf eine derartige Analyse einzulassen. Daher sind Themen wie A/B-Testing, optimierte Landingpages oder intelligente Funktionen zur Verbesserung der Shopnavigation oft den großen Playern mit genügend Mitarbeitern vorbehalten.

Das muss aber nicht unbedingt so sein, denn wie so oft kann man durch eine gute Planung, strukturiertes Vorgehen und etwas Hausverstand sehr oft schon mit Basics punkten. Wir möchten daher in diesem Artikel über unsere Erfahrungen für eine optimierte Produktauswahl im Bereich der Filtermöglichkeiten berichten.

Magento bietet zwar eine Standardfunktion im Bereich des Produktfilters, jedoch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass hier mit sinnvollen Funktionalitäten etwas nachgeholfen werden sollte. Am Beginn der Planung sollte man sich konzeptionell überlegen, welche Eigenschaften eines Sortimentes über Shop-Kategorien und welche über Filterattribute abgebildet werden sollten.

Kategorien

Auch hier sollte die Reise des Kunden auf der Shopseite am Anfang jeder Überlegung stehen. Shop-Kategorien dienen nicht nur dazu Produktgruppen sinnvoll zu gliedern, sondern auch dazu dem Besucher des Onlineshops eine Menüstruktur mit vertrauten Begriffen bereitzustellen. Daher stehen auch Nomenklaturen im Vordergrund, die die Sicht des Konsumenten abbilden und nicht zwingend jene Begriffe, die man auch in internen Produktkatalogen oder Warenwirtschaftssystemen findet. Wenn jemand ein T-Shirt sucht wird man in einem Shop mit unterschiedlichen Produktsegmenten vielleicht nach „Bekleidung“ suchen, um danach fündig zu werden. Handelt es sich um einen Textilshop, wird man den Begriff „T-Shirts“ vielleicht sogar schon als Einstiegspunkt bzw. oberste Menüebene finden.

Oft sind die Einstiegskategorien jedoch nicht so klar, speziell wenn neue Produkte anbietet oder in neue Märkte expandiert. In beiden Fällen sollte man sich mit den Begrifflichkeiten vertraut machen. Eine Analyse mit SEO-Tools wie dem Google Keyword-Planner oder professionellen Tools wie Sistrix sind hier auf jeden Fall empfehlenswert. Denn die Kategorie dient nicht nur dazu dem User eine intuitive Navigation zu ermöglichen, sondern auch im Bereich der Suchmaschinen eine hohe Sichtbarkeit zu erlangen. Denn Kategorieseiten sind schließlich auch Landingpages, wie wir im Artikel Magento SEO Praxistipp: Kategorien und Landingpages schon beschrieben haben.

Filter

Im Bereich der Filterattribute verhält es sich in Sachen Nomenklatur ähnlich – nur etwas komplexer. Der Shopbesucher möchte nach begriffen Filtern, die er aus der Praxis kennt. Sind das im Bereich der Textilien einfache Attribute wie Farbe, Größe oder Preis, so kann es in anderen Bereichen schnell komplex werden. Die größten Herausforderungen im Bereich der Shopfilter ist es, einerseits das richtige Augenmaß zu finden, was die Anzahl der Filterkriterien betrifft. Andererseits benötigt es eine strukturierte Planung, da sonst im Laufe der Zeit in der Praxis sehr oft Wildwuchs entsteht. Trennt man seine Attribute von Beginn an nicht klar, so enstehen oft mehrdeutige Filter, Überlappungen oder Falschzuordnungen, die den Konsumenten verwirren. Wir konnten viele Shops beobachten, die in einer Produktübersicht nicht nur eine Unzahl an Filterkriterien anbieten. Und wo auch teilweise nicht mehr klar ist unter welcher Filtergruppe gesuchte Attribute zu finden sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, wie oben schon erwähnt, die Differenzierung zwischen Kategorien und Filter. Sehr oft macht es Sinn bestimmte Attribute als Kategorie, aber auch parallel als Filtermöglichkeit anzubieten. Ein klassisches Beispiel dazu wäre die Marke. Gute Shops bieten diese sowohl oben im Menü als Kategorie, als auch später in einer Produktübersicht als Shopfilter an.

Anforderungen an Shopfilter

Wir haben nachfolgend zusammengefasst, was aus unserer Sicht einen guten Shopfilter ausmacht:

  • Sichtbarkeit der Anzahl der verfügbaren Artikel innerhalb eines Filterattributes bzw. einer Option
  • Optionen von Attributen sollten einzeln auswählbar und auch wieder zurück setzbar sein
  • Mehrfachauswahl von Optionen innerhalb eines Attributes
  • Sortierung der Filterattribute, als auch der Optionen innerhalb von Filterattributen
  • Einzelne Optionen von Filterattributen sollten exkludiert werden können
  • Filter sollten auch mobil intuitiv benutzbar sein

Wir setzen dabei auf die Extension Improved Layered Navigation von Amasty. Diese erfüllt obige Punkte sehr gut und darüber hinaus noch wertvolle Funktionen wie die Einbindung von Markenlogos direkt bei der Filterung von Marken, Angabe von Preisranges, Ajax-Filtering und sehr umfangreiche Einstellungen in Sachen SEO.

Keyword Skalierung durch Shopfilter

Der Bereich der Shopfilter spielt auch im Bereich des Suchmaschinenmarketings eine besondere Rolle. Da Shopfilter, wie auch Kategorien oder Suchfunktionen oft eine schier unendliche Zahl an Webseiten produziert, sind Shops für Google nicht gerade einfach zu lesen und man läuft leicht Gefahr Duplicate Content und unnötige Seiten zu erzeugen, die sich negativ auf das Ranking auswirken. Google bietet beispielsweise in der Search Console die Möglichkeit URL-Parameter zu konfigurieren, um hier mehr Klarheit für Google zu schaffen, welche Seiten nun wesentlich sind und welche nicht.

Man kann hier jedoch auch noch einen Schritt weiter gehen und aus den Shopfilter eine echte Keyword-Engine zu machen. Denn oft suchen Konsumenten gerade die Kombinationen, die in Shops auch in Filterkategorien abgebildet sind. Am Beispiel eines Textilshops könnten das Begriffe sein wie „T-Shirt“ + „rot“ oder „Jeans“ + „Levis“ + „Superslim“.

Wie man in dieser Form Shopfilter, aber auch andere Mechanismen nutzt, um die Potentiale bereits bestehender Keywords für Suchmaschinen auszubauen, beschreibt aktuell ein Beitrag von INTERNET WORLD Business mit dem Titel „Keywords skalieren: SEO wie bei Zalando“.