Mobile Optimierung Magento

Zuletzt haben wir im Artikel Der Distanzhandel 2014 in Österreich unter anderem über den Zuwachs von Umsätzen auf mobilen Endgeräten berichtet.

Smartphones penetrieren den Markt und sind fixer Bestandteil von Jung und Alt, im Alltag wie im Geschäftsleben. Bandbreiten werden immerzu erhöht, hier scheut man keine Kosten um bald flächendeckend ordentlich saugen zu können (hier ein aktueller Bericht dazu: DiePresse). Und die Menschen fühlen sich ständig bewegt und angehalten, Ihre Zeit so effizient wie möglich zu nutzen. Gesurft wird zuhause, in der Straßenbahn, bei langwierigen Pflichtterminen (!), leider auch beim Autofahren sowie demnächst im Flugzeug. Grund genug, deshalb auch den Kaufabschluss am Handy zu tätigen? Nein.

Onlineshop-Betreiber haben aber in den letzten Jahren deutlich in Punkto mobile Einkaufswege zugelegt. Immer mehr Shops besitzen eine eigens gepflegte mobile Seite, die sich den Screens von iPhone, iPad & Co. anpassen. Manche machen das vorbildhaft, andere wiederum aktivieren quasi bloß ihre mobilen Zusatzfunktionen. Letzteres führt zumeist wiederum zu Kaufabbrüchen, weil die Wege nicht transparent sind, vom Händler nicht präzise und vollständig durchexerziert werden.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, einen Magento-Shop mobil zu machen. Die derzeit beliebtesten sind ein sog. Responsive Design, wobei Magento hier mit jeder neuen Version dazugelernt haben soll, oder man lässt sich eine eigene App programmieren. Beginnen wir mit dem Responsive Design: Idealzustand ist der, dass bei der Erstellung des Webshops in Magento bereits darauf Rücksicht genommen wird, sodass zu späterer Stunde nicht zurechtgebogen werden muss. Aber auch dies ist jederzeit möglich, wenngleich mit Aufwand verbunden, den man sich sonst zu einem großen Teil sparen kann. Magento bietet bereits seit der Version 1.7. ein mobiles html5-Template an, welches nun auch mit dem Release von Magento 1.9. stark optimiert wurde und in Form eines Themes angeboten wird, das einer Eigenentwicklung gleicht und nicht mehr auf html5 basiert. Ein Einblick in dieses neue Theme findet man hier: Magento 1.9. RWD Theme. Möchte man jedoch – wie zumeist dies der Fall ist und auch im Sinne der Eigenmarke durchaus Sinn macht – sein individuelles Corporate Design responsive, also mobil darstellbar machen, so sind trotz dieser neuen Entwicklung ohnehin Arbeiten nötig, die Sie besser an solche auslagern, die sich täglich damit beschäftigen. Hier eigene Brötchen zu backen ist einfach zu komplex und resultiert in halbherzigen Lösungen, die wiederum in – wer sagt es denn – Kaufabbrüchen münden (werden).

Für manche Shop-Betreiber eine Alternative, für manche eine Ergänzung zum Responsive Design: die eigene App. Wer behauptet nicht gerne von sich, als Shop-Betreiber über eine eigene App zu verfügen? Klingt super, kostet aber. Und hier sollte man sich die Frage nach dem Nutzen stellen, denn eine App rechnet sich maximal für den, der eine hohe Kundenfrequenz aufweist und dessen Kunden bereit sind, eine solche herunterzuladen, geschweige denn daraufhin regelmäßig zu nutzen. Bringt die App überzeugende Vorteile der Ansicht und Nutzung, so kann diese durchaus umsatzfördernd sein. Stellt sich noch die Frage nach der Technologie einer solchen App: Nativ oder Web-basiert? Das Internet bietet hierzu vielfach Informationen oder, besser gesagt, Konfrontationen. Eine native App muss pro Plattform separat erstellt werden, eine Web-basierte soll allen gerecht werden. Magento bietet seit einigen Jahren einen Dienst namens Magento Mobile an, wonach man sich eine fertige App mieten kann. Verfügbar ist die App für iPhone, iPad und Android und als native App muss eben auch pro Plattform gemietet und bezahlt werden: $699,- pro Jahr pro Plattform. Sie ist einfach zu bedienen in der individuellen Gestaltung, aber auch hier gibt es Grenzen für den Backend-User und Nicht-Programmierer, wenn ein ordentliches Corporate Design visualisiert werden soll.

Fazit: Gründen Sie Ihren Onlineshop, so legen Sie bitte definitiv einen großen Wert auf Ihr Responsive Design. Betreiben Sie bereits einen Onlineshop, so sehen Sie sich möglichst kritisch Ihren mobilen Auftritt an und leihen Sie sich aus Ihrem Umkreis dazu verschiedene Geräte aus, um die Darstellung zu vergleichen und plattformbasierte Fehler zu finden. Besser noch: Bitten Sie Ihre Freunde und Bekannte, mobil auf Ihrem Shop einen bestimmten Artikel zu suchen und zu kaufen. Beobachten Sie wortlos und fordern Sie im Anschluss ehrliches Feedback, das durchaus schmerzen darf. Nur so schlagen Sie einen Weg ein, der die Sicht auf Ihre Kunden ermöglicht und das eigene Denken und Voraussetzen kurzfristig pausiert. Im Anschluss wird Ihnen rasch bewusst sein, was zu tun ist und dafür suchen Sie sich jemanden, der das kompetent umsetzen kann. Wollen Sie diese Entwicklungen und Veränderungen messen, um mögliche Investitionen intern oder auch nur sich selbst gegenüber argumentieren zu können, so sehen Sie sich Umsatz, Kaufabbrüche & Kaufabschlüsse, Ladezeiten & Co. im Vorfeld an und natürlich danach. Der Vergleich kann erfrischen! Ist das alles geschehen, Ihre Umsätze florieren und die Kundenzahl steigt täglich, dann können Sie mal über eine App nachdenken und dieses Projekt von Grund auf einer Bewertung unterziehen. Langeweile kehrt nicht ein, so viel ist garantiert.