e-Commerce Österreich

Online Shopping boomt. Um ganze 19 Prozent wuchs der österreichische E-Commerce-Markt im vergangenen Jahr – Tendenz weiter steigend (Quelle: EHI Retail Institute).

Durch die patriotische Brille betrachtet unerfreulich ist allerdings der geringe Anteil an erfolgreichen „österreichischen“ Shops am heimischen Markt. Nur zwei der 15 größten Online-Anbieter hierzulande haben ihre Firmenwurzeln in der Alpenrepublik (Quelle: iBusiness).

Ein Rückstand, der so groß nicht sein müsste. Schon mit vergleichsweise geringem Aufwand könnten Online-Shops die „Rotweißrot-Karte“ spielen und ihre Marktposition verbessern. Auf Basis der Erfahrungen mit mehreren Dutzend Online-Shop-Projekten hat der E-Commerce Spezialist mStage seine Empfehlungen zu einem 5-Punkte-Plan verdichtet.

„Wenn sich ein österreichisches Unternehmen auf seine Vorteile besinnt, die es als heimisches Unternehmen heimischen Kunden gegenüber hat, und sie online konsequent umsetzt, dann bedeutet das signifikant mehr Umsatz und Gewinn im Online-Shop“, sagt Richard König, Co-Gründer von mStage.

1) Österreichischen Online-Patriotismus nutzen

International tätige Onlinehändler sehen sich verstärkter Kritik ausgesetzt. Schlechte Arbeitsbedingungen in der Logistik, Co2-Emmissionen durch internationalen Paketversand oder die Versteuerung in Steuerparadiesen sind nur einige Kritikpunkte. Online-Käufer lassen sich von Diskussionen um ethische Fragestellungen zunehmend beeindrucken und suchen nach Alternativen. Eine Chance für kleinere, lokal verankerte Internetshops. „Die Logik des „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ kann man durchaus für das Internet adaptieren“, erklärt Richard König. Österreichische Onlinehändler können mit lokaler Wertschöpfung und den hohen ethischen Ansprüchen Kunden gewinnen. Man müsse die Themen aber natürlich aktiv in der Kundenansprache verarbeiten, so König weiter.

2) Welcher Markt? Österreich, Deutschland oder doch EU?

Als österreichischer Shop sollte man das Liefergebiet von Beginn an auf Deutschland ausweiten. Der zusätzliche Aufwand sei dank ähnlicher Kultur und gleicher Sprache äußerst überschaubar, der Markt dagegen zehnmal größer als der österreichische. „Geschickter Weise richtet man dabei Gesetzestexte wie etwa Allgemeine Geschäftsbedingungen oder Widerrufsrecht von Beginn an auf den deutschen Markt aus. EU-Gütesiegel oder „Trusted Shop“-Zertifizierungen sind bei einem Deutschland-Start ebenfalls Pflicht“, erklärt mStage-Mitgründer und -Geschäftsführer Mario Lengauer. Ab einer gewissen Größe des Shops seien auch ein deutscher (Logistik)-Standort und eine deutsche Bankverbindung wirtschaftlich sinnvoll.

3) Suchmaschinenmarketing „auf österreichisch“

Suchmaschinen-Marketing ist ein wichtiger Werbekanal für Online-Shops. Da Google lokale Komponenten vergleichsweise stark gewichtet, haben österreichische Shops hier Vorteile gegenüber Anbietern aus anderen Ländern. Wichtig dabei seien laut mStage eine fundierte Mitbewerbs- und Keywordanalyse sowie eine rasche und konsequente Umsetzung der Marketingmaßnahmen. Sowohl in der Sprache, als auch bei der Lokalisierung sei auf den Österreich-Bezug zu achten.

4) Die harte Währung im E-Commerce: Vertrauen

Lokalkolorit zählt bei österreichischen Kunden. Trust-Elemente mit Österreich-Bezug (zum Beispiel eLabel) eignen sich zum Betonen der lokalen Beziehung ebenso wie eine dezente Österreich-Flagge im Online-Werbebanner. Wer eine lokale Niederlassung oder Geschäft hat, sollte Fotos davon zeigen. Generell gilt: Offenheit schafft Vertrauen. Fotos von Ansprechpartnern, mit denen ein Kunde in Kontakt treten kann, wecken dieses Vertrauen und bringen Vorteile gegenüber internationalen, „anonymen“ Online-Stores. Durch Click-and-Collect (Online bestellen – im Geschäft abholen) bietet sich lokalen Businesses eine weitere Möglichkeit, Beziehungen zum Kunden zu etablieren.

5) Online-Marketing

Ein erfolgreicher Online-Shop verlangt nach aktivem Marketing. Die Basis bilden „Inbound“-Maßnahmen, also Werbung, die den User erreicht, der im Internet auf der Suche nach einem bestimmten Produkt ist (Suchmaschinenoptimierung, Pressemitteilung, Suchmaschinenmarketing und Content Marketing). Essenziell ist darüber hinaus die Strategie für das „Outbound-Marketing“ als die bedarfserweckende Werbung. Bewährt haben sich für österreichische Online-Shops lokale österreichische Plattformen und Medien, die von internationalen ausländischen Anbietern kaum genutzt werden. Branchenportale, Branchenzeitungen, lokale Veranstaltungen und Messen und vieles mehr bieten weitere Möglichkeiten. Gutscheine sind immer noch sehr beliebt und können Besucher von Veranstaltungen oder Geschäften zu den Onlineshops führen.

„Ich bin davon überzeugt, dass österreichische Anbieter mehr Mut haben sollten, sich den internationalen Mitbewerbern zu stellen. Der Patriotismus der österreichischen Käufer ist größer als man denkt. Das müssen Anbieter erkennen und als USP in ihrer E-Commerce-Strategie aufgreifen“, schließt Mario Lengauer.

 

PRESSEMITTEILUNG vom Mai 2014