Produkttexte optimieren

Die Erstellung einer aussagekräftigen Produktbeschreibung gehört für jeden Shopbetreiber zu den wichtigsten und meist auch aufwendigsten Tätigkeiten. Wir erleben es jedoch sehr oft, dass hier viel an Potential verschenkt wird, welches in guten Produkttexten schlummert. Neben einer guten Sichtbarkeit in Suchmaschinen gewährleisten optimierte Produkttexte auch einen hohen Kundennutzen und somit auch höhere Conversion-Rates in jedem Webshop. Die Herausforderung liegt jedoch, gerade bei einer hohen Anzahl an Produkten, im Aufwand und vor allem in der Verfügbarkeit von guten Beschreibungen. Ist man selbst nur Händler, so kann man möglicherweise auf Produktdaten vom Hersteller zurückgreifen. Unsere Erfahrung zeigt aber auch hier, dass die Texte oft nur sehr kurz und vom Datenformat her meist nicht in einem Format vorliegen, welches 1:1 maschinell verarbeitet werden kann. Was bleibt ist die Handarbeit um bestehende Texte aufzupeppen oder überhaupt erst deutsche Texte zu erstellen. Dies bietet aber auch große Chancen…

In dieser Blogserie möchten wir unsere Erfahrungen für die Anlage von Produktbeschreibungen weitergeben, mit dem Ziel hohe Conversion-Rates zu erreichen, aber auch die Basis für eine gute organische Sichtbarkeit auf Suchmaschinen zu erreichen.

In diesem Artikel beschreiben wir den optimalen Aufbau der wichtigsten Produktinformation – dem Produkttitel. Darüber hinaus weitere Informationen, die in einer Produktübersicht maßgeblich sind, um den Benutzer möglichst rasch auf die Produktdetailseite zu bringen.

Matchwinner: Produkttitel

In einer Produktübersicht, wo meist nur der Produkttitel und ein kleines Bild sichtbar sind, ist es umso wichtiger, dass der Produkttitel wirklich aussagekräftig ist. Strukturiert man den Produkttitel in einzelne Bausteine, so erhält man in der Regel folgende Komponenten:

  • die Marke bzw. den Hersteller
  • die Produktbezeichnung
  • die Modellbezeichnung
  • Produktattribute (Farben, Größen etc.)

Nomenklatur definieren

Wir empfehlen für den Aufbau des Produkttitels eine einheitliche Nomenklatur, die dem User eine schnelle Erfassung möglich macht. Darüber hinaus gewährleistet ein vordefinierter Namensaufbau auch mittelfristig eine gute und gleichbleibende Datenqualität, vor allem wenn unterschiedliche Personen im Unternehmen Produkte anlegen. Um diese Nomenklatur festzulegen ist es jedoch wichtig sich in die Rolle des Kunden zu versetzen. Denn obwohl ein guter Onlineshop verschiedenste Möglichkeiten für die Navigation durch das Angebot bereitstellt, ist der Produkttitel der wichtigste beschreibende Text eines Artikels. Bei der Festlegung des Produkttitels sollte man unbedingt die Brille des Kunden aufsetzen. Was sind die wichtigsten Suchkriterien? Wie benennt der Kunde üblicherweise das Produkt? Wie würde er das Produkt suchen?

Für Hersteller oder Händler, die auch direkten Kontakt mit dem Kunden haben, ist diese Information leicht zu bekommen, in dem man das Verkaufspersonal befragt. Es stellt sich heraus, dass die Begriffe im Printkatalog oder im internen Warenwirtschaftssystem sehr oft nicht die Begriffe sind, die der Kunde nennt. Einen guten Dienst liefern hier auch Tools wie der Google Keyword Planner, welcher gratis zur Verfügung gestellt wird. Der Keyword Planner berechnet für einzelne Keywords das tatsächliche Suchvolumen auf Google pro Monat. Auf Basis dieser Daten ergibt sich danach die Priorität für den optimierten Aufbau des Produkttitels. Ein Aufbau könnte danach wie folgt aussehen: Marke + Gattungsbegriff + Modell (Beispiel: „Nike Laufschuh Sport III“).

Die Marke

Werden unterschiedliche Marken angeboten und ist der Markenname ein wichtiger Begriff für den Besucher des Webshops, so empfehlen wir die Verwendung eines eigenen Feldes. Dieses Feld kann dann im Frontend getrennt vom Produkttitel angezeigt werden (siehe Bild unten).

Man kann die Marke jedoch auch in den Produkttitel integrieren, wie es viele Anbieter machen. Amazon ist dafür das beste Beispiel. Dort befinden sich fast alle für die Suche relevanten Informationen im Produkttitel. Oft sogar Maße oder technische Beschreibungen, was den Titel oft unübersichtlich und endlos lange wirken lässt. Wird die Marke nicht oder in einem eigenen Feld, wie oben beschrieben, abgebildet, so könnte jeder Produkttitel mit der Modellbezeichnung beginnen. Neben der leichten Identifizierbarkeit für den User, werden ihnen auch Suchmaschinen für diese Logik danken.

Natürlich ist darauf zu achten, dass Produkttitel immer eindeutig sind, um den User eine klare Differenzierung zu ermöglichen.

Metatitle

Der Produkttitel ist dann auch gleich die Basis für den Metatitle. Der Metatitle wird beispielsweise in der Google-Suche als Überschrift in der organischen Suche angezeigt. Hier ist es eine Überlegung Wert diesen noch mit Informationen zu ergänzen, sofern dieser damit nicht zu lange wird. Die empfohlene Maximallänge liegt hier bei 70 Zeichen. Hat man kurze Produkttitel könnte man hier die Marke ergänzen, was für die Markensuche zusätzliche Sichtbarkeit in der organischen Suche bieten würde. Die wichtige Bedeutung in Bezug auf SEO beim Metatitle werden wir im nächsten Artikel zu diesem Thema behandeln.

Teaser

Um das Produkt in einer Produktübersicht noch besser zu beschreiben, bietet sich die Verwendung eines Teaser Feldes an. Dieses Feld ist so etwas wie eine Sub-Headline unter dem Produkttitel, der eine weitere Beschreibung des Artikels erlaubt. Gerade wenn in Produktbeschreibungen primär eigene Wortschöpfungen oder Fachbegriffe für die Produktbezeichnungen verwendet werden und keine Gattungsbegriffe, können Teaser-Texte zusätzliche Klarheit in der Übersicht bringen. Beispiele im Kosmetikbereich könnten folgende Ergänzungen sein „… für strapaziertes Haar“ oder bei Ernährung „…für die Gewichtsreduktion“.

Optimierte Produktübersicht

Beispiel für optimierte Produktübersicht mit Marke, Teaser und Artikelvarianten.

Produktattribute

Produktattribute werden typischerweise verwendet, wenn ein Produkt in verschiedenen Varianten verfügbar sind. Klassische Beispiele dazu wären Größen oder Farben. Im Normalfall werden derartige Produkte hierachisch angelegt, sodass unter einem Hauptartikel, sämtliche Unterartikel mit entsprechenden Optionen verwaltet werden. Der Hauptartikel ist in Bezug auf die Produktbeschreibung danach maßgeblich. Es gibt aber auch Fälle, die dafür sprechen jedes einzelne Attribut als eigenen Artikel anzulegen. Gerade dann, wenn man ein möglichst breites Sortiment darstellen möchte. Typische Beispiele könnten Verpackungsgrößen sein. Beispielsweise ein Drink, der als 250ml und als 500ml Variante verfügbar ist, wäre dann in einer Übersicht nebeneinander sichtbar.

Im Falle einer Variantenabbildung bzw. Abbildung als konfigurierbarer Artikel empfiehlt es sich in der Produktübersicht dem User zu signalisieren, dass es mehrere Varianten dieses Produktes gibt, bevor er noch die Produktdetailseite aufruft. Dies könnte durch einen kleinen Balken mit der Inschrift „Varianten verfügbar“ erfolgen. Durch die Information, dass Varianten verfügbar sind, weiß der Kunde dann zusätzlich, dass er Optionen wählen kann.

Im nächsten Artikel beschreiben wir, wie man optimale Produkt-Detailbeschreibungen generiert, um hohe Conversion-Rates und eine gute Sichtbarkeit auf Suchmaschinen (SEO) zu erlangen.