Sendcloud Testbericht Erfahrungen

Onlineshop-Betreiber sind im Bereich der Logistik ständig mit verschiedensten Anforderungen konfrontiert. Themen wie die Datenübernahme in das System des Logistikpartners oder Versenders, wettbewerbsfähige Preise bei internationalem Versand oder das Retourenmanagement sind für jeden Shopbetreiber – auf der Suche nach Kosteneinsparungen und Effizienz – ständige Begleiter.

Auch wenn in der Logistikbranche Zukunftsthemen wie selbstfahrende Autos, Paketzustellung via Uber oder andere App-basierende Dienstleister in aller Munde sind – im e-Commerce ist die Digitalisierung der Logistikbranche noch lange nicht angekommen. Laut dem „Digital Intelligence Institute“ liegt die Logistikbranche in Sachen Digitalisierung mit 46,8 Prozent abgeschlagen auf Platz 10.

Beginnt man jedoch erst einmal zu recherchieren, so tummeln sich auch in diesem Bereich interessante Anbieter bzw. Plattformen, die das zukünftige Potential zum Game-Changer haben. Bei dieser Recherche sind wir unter anderem auf die Online-Plattform Sendcloud gestoßen. Sendcloud hat uns durch seinen klaren Auftritt von Beginn an so überzeugt, dass wir gleich einen Test starteten, über den wir hier berichten möchten.

Sendcloud & Magento

Sendcloud ist ein Logistik-Startup aus Belgien und bringt mit seinem Claim „Cleverer Versand für ihren Onlineshop – Versandkosten und Zeit sparen“ seine Positionierung gelungen auf den Punkt. Weiters bewirbt Sendcloud gleich auf der Startseite mit fertigen Anbindungen (API´s) für die wichtigsten Shopsysteme, darunter auch Magento.

Wir haben mit Sendcloud Kontakt aufgenommen, um einen Shop als Mustershop anzubinden. Nach der Anmeldung im Shopsystem hat sich der schlichte Fokus auf das Wesentliche auch in der Administationsconsole für Shopbetreiber bestätigt. Neben Basiseinstellungen waren die Hauptfunktionen sofort verständlich abgebildet.

Integrationen: In diesem Bereich wählt man zuerst sein Shopsystem aus. Diese besteht aus einer Auswahl von rund 10 Shopsystemen, darunter Magento. In unserem Fall konnte die Anbindung mit Hilfe einer Anleitung binnen 10 Minuten und ohne Installation einer Extension bewerkstelligt werden. Es wird lediglich ein SOAP User angelegt, auf den Sendcloud zugreift. Sehr positiv zu bewerten, dass dies keine Programierkenntnisse erfordert.

Finanzen: Sendcloud schiebt sich zwischen das Shopsystem und verschiedenen Versendern. Damit läuft auch die Abrechnung komplett über Sendcloud, wobei bei Sendcloud lediglich die Versandkosten des Paketdienstleisters abgerechnet werden. Sendcloud selbst verrechnet darüber hinaus keine Gebühren. Für die Abrechnung werden im Bereich Finanzen lediglich die eigenen Bankdaten hinterlegt.

Versanddienstleister: Im Bereich „Preise & Konditionen“ erscheinen dann die aktuell verfügbaren Versanddienstleister. Für deutsche Shopbetreiber bietet Sendcloud bereits den Versand mit unterschiedlichen Paketdienstleistern wie UPS, DHL oder DPD an. Für unser Beispiel waren für Österreich die DPD-Preise für den EU-weiten Versand verfügbar. Zukünftig wird es möglich sein, einzelnen Sendungen unterschiedliche Versender zuzuordnen. Damit können je nach Größe des Paketes oder nach Zielland die besten Tarife genutzt werden. Laut Sendcloud ist es auch möglich bereits existierende Verträge mit Versanddienstleistern zu hinterlegen.

Sendungen: In diesem Bereich wurden wir dann wirklich positiv überrascht. Nach erfolgter Anbindung erhielten wir nach dem Klick auf das Magento-Logo sofort alle aktuellen Versendungen aus Magento angezeigt. Diese können per Datumsbereich gefiltert werden. Per Mausklick werden diese dann als Versandaufträge übernommen. Danach können sofort Labels in 2 unterschiedlichen Formaten (A4 oder A6) gedruckt werden. Fertig? Ja, fertig – das war´s zu unserer Überraschung. Die Sendungen wurden vereinbarungsgemäß von DPD Österreich abgeholt und der Sendungsstatus im System automatisch aktualisiert. Aber wir wurden ein zweites Mal überrascht, denn die Tracking-Nummer wurde automatisch in der Bestellung in Magento hinterlegt.

Kunden-Kommunikation: Im Bereich Kommunikation können E-Mails konfiguriert werden, die der Kunde nach erfolgtem Versand erhält. Wir haben das Versand-E-Mail aktiviert, welches den Kunden über den Versand seiner Bestellung informiert. Dieses kann mit einem individuellen Text und eigenem Logo gestaltet werden. Und es enthält natürlich auch den Tracking-Code. Die Versandnachricht kann aber auch weiterhin über das Shopsystem versendet werden. Es enthält nun ebenso die Trackingnummer, was ebenso wieder Zeit und Aufwand erspart, da der Kunde besser informiert ist.

Retouren: Sendcloud bietet dann noch die Erstellung eines Retourenportals. Dieses kann ebenso mit eigenem Text und Logo individualisiert werden. Ein Kunde kann sich dann in diesem Portal anmelden und selbständig eine Retoure, samt Label, ausfertigen.

Bei allen Fragen für unseren Test wurden wir bestens vom Sendcloud-Account-Manager telefonisch betreut. Auch wenn es bei Sendcloud noch an Übersetzungen oder Tutorials mangelt, überraschte die wirklich einfache und schnelle Integration, die fast ohne Anleitung auskommt.

Ganz abgesehen von der eigentlichen Revolution: Ein Startup übernimmt mit einer Online-Plattform den Versand von Paketen für Shopbetreiber und bietet neben einer kostenlosen fertigen Anbindung, Prozessoptimierung, und verbessertem Kundenservice noch bessere Preise für den Versand über die konventionellen Versender an. Was sich auf den ersten Blick unrealistisch anhört, ist bereits Realität und kennt man aus anderen Branchen: Disruption. Die Steuerung des Geschäfts wechselt damit zur Online-Plattform, wie wir es aus vielen anderen digitalisierten Branchen bereits kennen. Wie die renommierten Logistik-Anbieter darauf reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Auf den Markt der digitalen Logistikunternehmen tummeln sich aber noch weitere Player. Unternehmen wie Shipcloud oder Coureon positionieren sich ähnlich wie Sendcloud im Bereich des e-Commerce Versandes. Bei internationalen Sendungen unterstützen Plattformen wie Freighthub, Seven Senders oder Parcelone.