unboxing e-commerce

Online-Anbieter haben gegenüber dem stationären Handel einen entscheidenden Nachteil: Sie können die Vorteile eines physischen Einkaufserlebnisses nur bedingt nachbilden. Was bleibt ist ein toller Webshop mit innovativen Features und einfacher und schneller Bedienung, um möglichst störungsfrei von zu Hause einkaufen zu können. Was dabei von Shopanbieter meist vernachlässigt wird ist der Moment, wo die Ware zu Hause eintrifft.

Unboxing – wenn das Auspacken zum Erlebnis wird!

Apple hat es vorgemacht! Für Steve Jobs war jedes Produktdetail enorm wichtig. Und das endete nicht beim Produkt selbst, sondern inkludierte auch die Verpackung. Er konzentrierte sich bei der Verpackung nicht nur auf das Material selbst, sondern auf den gesamten Vorgang des Auspackens. Auspacken musste zur Zelebration werden. Wer kennt nicht das Gefühl als Kind zu Geburtstagen oder Weihnachten schön verpackte Geschenke zu erhalten. Dieses emotionale und positive Erlebnis ist tief in uns verankert und wird heute im e-Commerce immer noch vernachlässigt. Steve Jobs hat auch hier einen neuen Maßstab gesetzt.

Wer heute Online bestellt erhält in der Regel einen neutralen, braunen Karton (ausgenommen Amazon mit Amazon-Aufdruck), innen gepolstert mit Plastik oder Papier. Darin befinden sich lieblos meist die bestellten Produkte. Oft ohne jeglicher Unterlagen – Rechnungen zu drucken kostet ja schließlich Geld. Dabei ist gerade das Paket der erste haptische Kontakt mit dem Unternehmen oder der Marke. Der berühmte erste Eindruck… die berühmte Visitenkarte des Unternehmens.

Zalando hat es vorgezeigt, dass auch die Annahme des Paketes zum Erlebnis werden kann. Mit seiner „Schrei vor Glück“ Kampagne hat Zalando einen echten Marketing-Hit gelandet. Und heute noch sind die Zalando-Pakete gebranded und zeigen, dass Versandkartons nicht langweilig sein müssen und dazu auch noch eine Markenbotschaft transportiert werden kann. Eigens gebrandete Kartons sind heute ebenso für kleinere Anbieter leistbar.

Die Kreativität sollte aber nicht beim Versandkarton enden. Beilagen von Muster oder Proben (Kostproben oder Samples) sind immer noch beliebt, gerade wenn es um das Thema Kundenbindung bzw. Wiederkauf geht. Postkarten mit Produkt-Promotions, optional mit integriertem Coupon-Codes, sind heute sehr günstig machbar und als Versandbeilage oft sehr wertvoll. Foodspring, ein Startup im Bereich Fitness-Ernährung, erstellt beispielsweise automatisiert eine Broschüre, die auf Basis des Surfverhalten des Webbesuchers erstellt wird und legt diese der Sendung bei. Nach eigenen Aussagen nutzen 6% die Gutscheincodes dieser Broschüre beim Wiederkauf. Auch die Beilage von besonderen Zugaben wie Süßigkeiten oder kleinere Produkte für bestimmte Kundensegmente (z.b. VIP-Kunden) lassen die Herzen beim Empfänger höher schlagen. Wertige Versandbeilagen, die zeitlich limitiert beigelegt werden, können auch verkaufsfördernd in sozialen Medien wie Facebook beworben werden.

Die Ideenliste für den Online-Versand ist lange. Entscheidend ist auch hier sich ein Konzept zu überlegen, welche Ziele erreicht werden sollen und welche Maßnahmen der eigenen Marke am besten entsprechen.