Black Friday Label

Am 27. November 2020 ist es wieder soweit: Der Handel feiert am Black Friday mit speziellen Sonderangeboten 24 Stunden lang den Auftakt des Weihnachtsgeschäfts.

Black Friday: Mittlerweile auch im DACH-Raum etabliert

Laut einer Studie von BlackFriday.de in Zusammenarbeit mit Appinio gaben 92 % der Befragten an, den Shoppingtag zu kennen. Davon haben 66 % nach eigenen Angaben bereits dieses Shopping-Event genutzt.

Die Mehrheit derjenigen, die beim kommenden Black Friday einen Einkauf planen, möchten einen Betrag zwischen 101 € und 200 € ausgeben. Bei den Ausgaben des Vorjahres wurde noch ein Wert von 51 € bis 100 € am häufigsten genannt. Insgesamt planen die Black Friday Shopper also trotz der Corona-Auswirkungen ein etwas höheres Budget für ihre Schnäppchenjagd ein.

Besonders interessant: 69 Prozent derjenigen, die einen Einkauf zum Black Friday 2020 planen haben vor ihre Einkäufe ausschließlich im Internet zu tätigen.

Zur kompletten Studie von BlackFriday.de BF.de/Umfrage

 

So nutzen Sie das Potenzial des Shopping-Tags für Ihren Shop

Wichtig für Online-Händler, um den optimalen Nutzen aus Black Friday zu ziehen, sind durchgängige Online-Strategien, damit Kunden möglichst wenige Kaufabbrüche tätigen, und echte Mehrwertbotschaften, die über den reinen Preisanreiz hinausgehen. Denn Black-Friday-Kunden sind „Schnellentscheider“.

Am Black Friday lohnen sich perfekte Prozesse, denn auch Experten des Online-Marktplatzes „Groupon“ bestätigen mit Zahlen aus einer Umfrage, dass mehr als 60 % der Befragten den Black Friday nutzen, um mit Weihnachtseinkäufen zu beginnen.

Auch für Marketingverantwortliche sind die an diesem Tag generierten Daten wertvoll. Denn ein der Kunden recherchiert vor dem Kauf online und hinterlässt dabei jede Menge Daten. Im Gegenzug für Rabatte können ebenso Daten wie E-Mail-Adressen gesammelt werden und auch Datensätze aus bargeldlosen Bezahlmethoden können für Marktforschungs- und Scoringzwecke genutzt werden.

In „Are You Really Influencing Your Customers? A Black-Friday Analysis“ stellen Autoren die Frage, ob das rund 50 Jahre alte Marketing- und Verkaufskonzept Black Friday wirklich das Kundenverhalten beeinflussen kann. Sie stellen unter anderem fest, dass Konsumenten nicht nur mehr der Produkte konsumieren, die sie auch sonst kaufen, wenn sie eine positive Einkaufserfahrung haben. Sie reagieren auch besonders aktiv auf Promotions.

 

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf den Black Friday?

Für den stationären Handel lassen Studien-Ergebnisse keine positive Trendwende für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erwarten. Vielmehr ist zu vermuten, dass die Mehrzahl der Kunden aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie auch zum Black Friday ihre geplanten Weihnachtseinkäufe vermehrt im Internet tätigen werden. Die Mehrheit der Kunden möchte durch Online-Shopping das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus vermeiden. Viele sehen sich auch durch die zu erwartenden Corona-Schutzmaßnahmen in ihrem Einkaufserlebnis gestört.

 

5 Tipps für die Vorbereitung auf den Black Friday

 

#1 Aufmerksamkeit erregen: Verwenden sie klare Call-to-Actions, die zum Handeln und/oder Kaufabschluss motivieren. Der Trend in der Gestaltung von Landingpages und Social Media Beiträgen geht hin zu starken, leuchtenden Farben und Farbverläufen, die den Hintergrund eines Bildes beleben.

#2 Angebote verständlich darstellen: Potenzielle Käufer vergleichen die Angebote mittlerweile genau und versuchen abzuschätzen, ob sich die Angebote wirklich lohnen. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Ihre Angebote verständlich und leicht nachvollziehbar dargestellt werden. Hochwertige Produktbilder oder -videos erleichtern dem Kunden die Kaufentscheidung. Auch Qualitätssiegel wirken sich positiv auf die Kaufentscheidung aus.

#3 Starke Performance und optimierte Ladezeiten: Nicht die Optik muss überzeugen: Ihre Online-Shop sollte vorallem schnell laden. Online-Händler sollten alles daran setzen, ihre Seiten auch bei großem Ansturm hochperformant zu halten.

#4 Kundensupport vorbereiten: Beachten Sie außerdem das erhöhte Aufkommen von Kundenanfragen: Reagieren Sie auf Kundenanfragen zügig – und das auf allen Kommunikationskanälen

#5 Warenverfügbarkeit und transparente Lieferzeiten: Lassen Sie Ihre Onlineshop-BesucherInnen zwei wichtige Entscheidungsfaktoren zuverlässig wissen:

… ob die Produkte lagernd sind. Hier gibt es in der technischen Umsetzung verschiedene Ansätze: von einfachen Ampel-Stellungen bis hin zu verfügbaren Mengen – im Multi-Channel-Vertrieb beispielsweise hat sich mittlerweile vor allem der Lagerstand pro Filiale bewährt. Verfügbare Mengen vermitteln die Gewissheit, dass genug da ist. Achtung: Die Anzeige geringer Mengen kann zwei völlig gegensätzliche Effekte haben. Entweder erfolgt der raschere und unbedachtere Kauf, um das Wunsch-Produkt ja noch zu ergattern – das ist der positive Fall. Oder aber der Druck ist zu hoch – und die Entscheidung fällt für einen anderen Artikel bzw. – im wirklich schlechten Fall – für einen anderen Onlineshop mit besserer Verfügbarkeit.

… ob die Produkte rechtzeitig ankommen. Denn das größte Kauf-Hindernis in der Weihnachtszeit ist nach wie vor die Sorge, dass das Geschenk nicht rechtzeitig ankommt – und unter dem Weihnachtsbaum des Beschenkten dann ein eilig erstellter Gutschein oder gar nur heiße Luft liegt. Das Risiko, dass der Geschenk-Kauf nicht klappt, hat rund um Weihnachten eine ganz andere Priorität als ein normaler Einkauf. Niemand will am Heiligen Abend mit leeren Händen dastehen. Noch brisanter ist das Thema, wenn es um Geschenke für Kinder geht. Stellen Sie sich nur das Theater vor, wenn das fest versprochene Spielzeug oder Kuscheltier nicht da ist. Tränen, Enttäuschungen, Auszugsdrohungen und Diskussionen rund um das unzuverlässige Christkind? Nein danke. Nehmen Sie Ihren besorgten KundInnen daher alle Ängste – und arbeiten Sie im Shop nach Möglichkeit mit ganz klaren, deutlich angezeigten Lieferzeiten sowie Tracking-Daten und exakten Zustell-Tagen.

 

Frühstart bei Amazon

Amazon legte heuer bereits am 26. Oktober mit den „frühen Black Friday Angeboten“ los. Diese laufen bis zum 19. November 2020.

 

Herkunft und Bedeutung von Black-Friday

Der Tag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving-Fest Ende November gilt traditionell als Beginn der Weihnachtseinkaufsaison und Verkaufsveranstaltung des Einzelhandels, die Rabatte in den Fokus stellt und den Konsum anregen soll.

 

Mittlerweile ist der „schwarze Freitag“ auch in vielen anderen Ländern längst etabliert:

  • Für 2,4 Milliarden Euro kauften deutsche Verbraucher, dem HDE zufolge, 2019 in den vier Tagen vom Black Friday bis zum Cyber Monday ein.
  • Französische Online-Händler konnten an diesen Tagen und dem dazwischenliegenden Wochenende letztes Jahr 966 Millionen Euro
  • Auch in Brasilien kennen Händler und Verbraucher den Black Friday. 2018 kauften die Brasilianer am Black Friday – einer Ebit/Nielsen-Studie zufolge – bereits für 616 Millionen Euro ein und gaben damit 23 % mehr aus als noch 2017.

 

Weitere bedeutende und umsatzstarke Shopping-Events:

 

  • Singles Day: Der Singles Day wurde von Studenten der Nanjing Universität 1993 begründeten. Als Datum wählten sie bewusst den 11. 11. – eine Folge von vier Einsen. Mit umgerechnet 34,78 Milliarden Euro setzte Chinas größter Online-Händler „Alibaba“ am 11. November 2019 innerhalb von nur 24 Stunden um, die erste Milliarde US-Dollar – dank Vorbestellungen – schon nach einer Stunde und sieben Sekunden. Erneut stellte er damit einen neuen Rekord auf. In diesem Jahr (2020) meldet der Konzern bereits eine halbe Stunde nach dem offiziellen Start in einem Zwischenstand, Waren im Wert von 372,3 Milliarden Yuan (etwa 47,7 Mrd. Euro) verkauft zu haben! Anders als in den Vorjahren lockte man dieses Mal jeodch schon seit Anfang November mit Sonderaktionen, die in das Ergebnis einfließen. Der Rekord ist deshalb nicht direkt mit dem Ergebnis des Vorjahres vergleichbar.

 

  • Cyber Weekend: Erst 2003 riefen ihn Onlinehändler ins Leben – als Pendant zum Black Friday, der seine Premiere bereits 1961 in Philadelphia feierte. Umgerechnet 21,9 Milliarden Euro, gaben amerikanische Verbraucher letztes Jahr in den fünf Tagen von Thankgsgiving bis zum Cyber Monday aus. Ein neuer Umsatzrekord für den Handel. Allein die Umsätze am Black Friday stiegen, laut Adobe Insights, gegenüber dem Vorjahr um 28 % auf 6,2 Milliarden Dollar. Noch kauffreudiger waren „die Amis“ am Cyber Monday: An ihm kauften sie für 7,9 Milliarden Dollar ein – und gaben damit 19,7 % mehr aus als noch 2017.

 

  • El Buen Fin: Auf 101,5 Milliarden Pesos (4,67 Milliarden Euro) wird der Umsatz beziffert, den mexikanische Händler 2018 am El Buen Fin („Das gute Ende“) machten. Initiiert wurde das Event vom Staat, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Die Steuerbehörde verlost dabei jährlich 150.000 Geldpreise im Gesamtwert von 500 Millionen Pesos. An der Verlosung nimmt jeder teil, der während des El Buen Fin mit seiner Kreditkarte einkauft. Verbraucherschützer warnen deshalb davor, dass sich viele Mexikaner aus Hoffnung auf einen Gewinn verschulden.

 

  • Dubai Shopping Festival: Von anfangs 1,6 Milliarden US-Dollar bei seiner Premiere im Jahr 1996 ist das Dubai Shopping Festival in den letzten 23 Jahren zu einem echten Umsatzgiganten gewachsen: 5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet also 4,53 Milliarden Euro, setzten lokale Händler beim letzten Dubai Shopping Festival um, das vom 26. Dezember 2018 bis zum 2. Februar dieses Jahres dauerte. Ähnlich wie in Mexiko können Verbraucher beim Dubai Shopping Festival steuerfrei einkaufen. Die Vereinigten Arabischen Emirate möchten so einerseits den Tourismus ankurbeln und es andererseits der Bevölkerung ermöglichen, preiswert einzukaufen.

 

  • Diwali Festival (Indien): Drei Milliarden US-Dollar, also rund 2,72 Milliarden Euro, gaben indische Verbraucher vergangenes Jahr beim Diwali-Festival aus. Statista zufolge kauften rund zwanzig Millionen der 1,33 Milliarden Einwohner des Subkontinents online ein – vor allem Feuerwerk und Lichter. Beim Diwali Festival feiern die Hindus nämlich die Rückkehr ihres Gottes Lord Rama in sein Königreich, die sinnbildlich für den Sieg des Lichts über den Schatten steht, des Guten über das Böse.

 

  • Boxing Day: „Down under“ sorgt eine ursprünglich britische Tradition jedes Jahr am ersten verkaufsoffenen Tag nach Weihnachten für klingelnde Kassen. In Australien strömen Konsumenten jedes Jahr am 26. Dezember in die Läden, um Gutscheine einzulösen und Geschenke umzutauschen. Händler kurbeln den Umsatz mit speziellen Aktionen und Rabatten zusätzlich an. Am Boxing Day 2018 kauften die Australier so, der Australian Retailers Association zufolge, für 2,4 Milliarden Dollar (1,49 Milliarden Euro) ein und gaben damit 3,1 Prozent mehr aus als 2017.

 

Fotos: pexels.com, Quellen: cash.at, springerprofessional.de